Astrid Hilt

Überblick

  • Geboren 1973 in Saarlouis
  • nach dem Abitur 1993, Ausbildung zur Steinbildhauerin: Firma Hassdenteufel und Kasakow in Saarlouis
  • Ein Jahr Studienaufenthalt: Studio Sem, Pietrasanta/Italien
  • Meisterschule in Aschaffenburg mit Meisterprüfung im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk
  • Seit 2001 freischaffend tätig, Auftrags- und freie Arbeiten
  • Seit Februar 2002 gemeinsames Atelier mit Ralf Jenewein in Homburg/Saar
  • seit 2015 in Kontakt mit geflüchteten syrischen Künstlerinnen und Künstlern, woraus sich die Geschäftsidee für  die HalloSaar gUG entwickelte.
  • aktuelle Ausstellungen

Berichte über verschiedene Ausstellungen

Fischrelief aus Marmor BildhauerarbeitFischrelief aus Marmor Bildhauerarbeit.Relief Bildhauerarbeit Sandstein

 

 

Liste der Ausstellungen, Veröffentlichungen und Aktionen:

Erste Einzelausstellung:
5. bis 25. März, „Spannung und Harmonie“,  Saalbau Homburg-Saar    PROGRAM/ÖFFNUNGSZEITEN

 

 

Gemeinschaftsausstellungen

kommende Ausstellung und Symposium:
2. bis 8. Januar 2019          Marokko – Lichtkulturen

 

 

2018

August/September  Kunst im Beckerturm     Stankt Ingbert (Saarland) 

September Kunstwerkstatt Reeden (Alte Werkstatt Landsweiler Reeden)

Juli 12. Nacht der schönen Künste, Garellyhaus, Saarbrücken

 

2017

Dez.: multinationale Weihnachtsausstellung Hallo Saar und Bildhauerei Formenpark, Homburg, Saar, Germany

Sept.: Zores KunstWERKstatt

April: #WIR_SIND_AUCH_HIER
März: Zores Flashmob

 

2016
Dez. Artikel im Onlinemagazin WOHNWERKEN (erste Erwähnung als Autorin)

Dez. Saarländisch – syrische Weihnachtsausstellung, Bildhauerei Formenpark, Homburg, Saar, Germany
Nov. Jahresausstellung der Homburger Künstlerinnen und Künstler

Dialog der Kulturen

Okt.  Saarländische Landesvertretung, Berlin

Jun  Landratsamt, Ottweiler, Germany

Mai Haus der Beratung, Saarbrücken, Germany

März Bildungszentrum der Arbeitskammer, Kirkel
Juli: Die Nacht der schönen Künste

Jun. – Aug. Wall of Life Jacket, Johanneskirche, Sarrbrucken

 

2015
Dez. Saarländisch – syrische Weihnachtsausstellung, Bildhauerei Formenpark, Homburg, Saar, Germany
Nov. Jahresausstellung der Homburger Künstlerinnen und Künstler
Jun. Nacht der Schönen Künste, also 2014 and 2013

 

2014
Nov. Jahresausstellung der Homburger Künstlerinnen und Künstler
Nov. Exhibition galerie têt´de lárt , Forbach, France 
März/Apr. Ausstellung Stein Stoff und Schatten, , Bildhauerei Formenpark, Homburg, Saar, Germany

 

2011
LebensArt, Welt der Familie, Saarbrücken
HanseArt, KundK, Lübeck, Germany

 

2006
Dez. Ausstellung in der HNO – Praxis Kowalczyk-Steuer 
erste Werkstattausstellung von Astrid Hilt und Ralf Jenewein Formenpark, Homburg, Saar, Germany

 

2002
Skoda-Kultur live, Saarbrücken, Germany
Saarpfälzischer Kunstpreis, Bexbach, Germany

2001 Handgemenge, Deutschherrn-Kapelle, Saarbrücken

 

SERVICE

2016 ZORES, a cooperative of refugee and German artists, co-founder and organizer

Jahresrückblick 2016

 

 

Da zieht es dahin, das Jahr 2016. Von vielen bescholten ist es jetzt, gegen Ende, nicht so leicht und beschaulich, wie ich es mir wünschen würde. Es gibt Dinge, die mich sogar sehr belasten: die Familie von Hany, unserem Freund und Mitarbeiter aus Damaskus, hängt immernoch an der türkischen Grenze fest, die sie vom Visumsantrag trennt. Dazu kamen diese Abschiebungen nach Afghanistan – mitten in der Adventszeit, die uns und unsere Bekannten in der Flüchtlingshilfe sehr belasten. Dinge, die auf die Gemüter drücken.

Das Jahr 2016 war für mich von Anfang an geprägt von zwei Extremen: Einem schaurigen „Außen“ mit seinen gruseligen Meldungen über das Zeitgeschehen, und einem lauschigen „Innen“ mit einer Fülle, die ich selten in einem einzigen Jahr erlebt habe. Die Meldungen kennen alle. Von den unfassbaren Vorfällen an Sylvester bis hin zu dem grausamen Anschlag in Berlin auf den Weihnachtsmarkt.

Aber meine Geschichte, die gehört auch dazu zu 2016:

Schon die Neujahrsparty bei unseren Freundinnen und Freunden im Nachbarort, mit diesen jungen Menschen, die noch so ganz neu waren für uns und für Limbach.

Wir hatten Kerzen aufgestellt; weil wir keine bösen Erinnerungen wecken wollten, hatten wir vor, statt Böller kleine Friedenslichter zu entzünden. Die Jungs waren anderer Meinung: Die wollten knallen. So ging es dann doch recht traditionell zu bei Nägeles. Allerdings kam etwas dazu: wir saßen lange noch vor der Tür und sangen arabische und deutsche Lieder. Es war eine der schönsten Neujahrsfeiern meines Lebens.

Dieser Start war bezeichnend für das Jahr 2016. Es hatte diese wunderbar warme und abenteuerliche Seite, die ich niemals missen wollte. Ich habe vielleicht noch nie in einem Jahr so unglaublich viel über andere Kulturen gelernt. Wir machten eine Tour mit unseren Ausstellungen „Dialog der Kulturen“ – über Kirkel, Saarbrücken, Ottweiler, Berlin und wieder heim in unser Atelier in Homburg – wo alles mit der 1. saarländisch-syrischen Weihnachtsausstellung 2015 angefangen hatte. Mit dabei war unser Chor „an die Freude“ – mir ´neuen´ und ´alten´ Nachbarn. Und mit der Gruppe KuUnKu waren wir sogar in Paris.
Und doch: in den Medien erfuhr man ein so ganz anderes Tagesgeschehen.

Es gab Momente in diesem Jahr, von denen wir unseren Enkelkinder noch erzählen können: der Sonnenaufgang im Bus auf der Fahrt nach Berlin war so einer – als Firas, unser halbstarker arabischer Chorclown uns mit dem Lied „Die Sonne tönt nach alter Weise – in Bruuudärssphäääähren Weeettgesang“ aus den spärlichen Träumen heraus schmetterte.

Ich kann mir keine Reise nach Berlin vorstellen, die diese übertreffen könnte, und sie war nur eines der Highlights des Jahres. Vier Tage, nachdem wir die Ausstellung in Berlin abgebaut hatten, um unsere Sachen wieder in Homburg in einer zweiten Weihnachtsausstellung zu zeigen – nur vier Tage danach – fuhr ein LKW in den Weihnachtsmarkt, an dem wir Freitags noch vorbeigegangen sind, und löste damit die entsprechend vorhersehbare Häme von rechts außen aus.

Anfang September hatten wir, wenige Tage nach der Premiere unseres Theaterstückes in Saarbrücken, eine kleine, feine Ausstellung in Paris. Es war in der deutschen evangelischen Christuskirche in der Stadtmitte – unweit der Moulin Rouge. Unser Freund Uwe Weissenseel war mit dabei. Michael Wolff hatte das ganze in die Wege geleitet. Wir haben dort ausgestellt, und unsere Geschichten erzählt, und irgendwann dazwischen haben wir die Menschen erreicht, die gar nicht so richtig vorgewarnt waren auf das, womit wir sie konfrontierten: mit uns. Mit dem was uns verbindet, was uns zusammen gebracht hat, was wir zusammen machen, welche Pläne wir haben.
Das Wochenende war heftigst anstrengend und heftig schön.
Davor, im August, waren wir in Italien mit einem unserer kurdischen Freunde. Es gibt dort unter Anderem ein Häuschen – oder besser gesagt einen alten Ziegenstall, den wir am Befestigen sind. Ich gehe davon aus, dass sich unser Begleiter Urlaub in Italien etwas anders vorgestellt hat. Trotzdem: es war eine wunderschöne Zeit.
In der Woche davor wiederum waren gleich drei Ausstellungen: die Nacht der Schönen Künste und das Life Jacket Project in Saarbrücken, sowie die Eröffnung des 3. Teils der Ausstellung „Dialog der Kulturen“, die uns im September nach Berlin geführt hatte, zu der eben auch der Chor gehört, und das Fotoprojekt „Faces of us“, bei dem zwei ´neue´ Limbacher Brüder Portraits ihrer Helferinnen und Helfer präsentieren, die ihnen den Start in das Limbacher Leben erleichtert hatten.

Davor war die Ausstellung bereits in Saarbrücken, im Haus der Beratung der Arbeitskammer zu sehen gewesen und im März, wo sie ihr legendäres Debüt im Bildungszentrum der AK hatte, bei dem Schirmherr Heiko Maas eine berührende Rede gehalten hatte, anlässlich der politischen Spaltung des Landes die die völlige tatsachenfreie Flüchtlings-Panikmache der Rechtspopulisten ausgelöst hatte.
Schon dort wurde die Mission der Ausstellungsreihe spürbar: Zeigen, was wirklich ist, um den Hirngespinsten etwas entgegen zu setzen.

So, an dieser Stelle wäre ich sozusagen am Anfang meiner Jahresrückschau angekommen. Einige Teile habe ich übersprungen – die Dramen der Wohnungssuche und – Einrichtens, die sieben Siegel des Jobcenters, und die vielen kleinen Schrittchen, in denen wir lernen mussten, uns zu miteinander zu verständigen.

Dazwischen gab es zarte Liebesgeschichten und andere Dinge, die sich abspielen, wenn Menschen zwischen null und neunzig aufeinandertreffen – wenn wir 2015 vom Sommer des Willkommens sprechen, 2016 war vor allem eins: es war UNSER Jahr – in dem aus Fremden welche wurden, die jetzt dazu gehören – die Sie nie wieder ´weg bekommen´ aus unseren Geschichten. 
Unser nächstes Ziel sind die Straßen im Land. Wir möchten den Leuten zeigen, was daraus geworden ist, aus dem, was wir im ´Sommer des Willkommens´angefangen haben. Unter dem Namen Zores. Saarland werden Kunst- und Kulturschaffende von hier und von überall sich unter die Leute mischen, um der Fremdenangst mit Liebe zu begegnen.
Mein Wunsch für heute ist, dass Hany mit zum Frühstücken kommt.

Gemeinschafts – Ausstellung in Paris am 4.9.16

 

Am Sonntag (4. September 2016) – ziemlich genau ein Jahr, nachdem ich Reham kennengelernt habe, haben wir unseren Traum verwirklicht: wir waren in Paris, um unsere Kunst zu zeigen. Ausserdem haben wir den Menschen dort unsere Geschichte erzählt. Die Geschichte, die WIR gelebt haben um den Aufruf „Wir schaffen das!“.

Im kleinen Saarland wurden im vergangenen Jahr mehr Menschen aus Syrien als in den gesamten USA aufgenommen. Was wir zu erzählen haben, hat die Menschen in Paris erreicht.
Teilgenommen haben wir als eine Gruppe von Leuten aus dem Saarland – einige alt eingesessen, einige im letzten Jahr aus Syrien gereist – die sich rund um das KünstlerInnen-Netzwerk KuUnKu gebildet hat. Der Fotograf und KuUnKu-Initiator Michael Wolff hat die Ausstellung möglich gemacht. Durch seine Jugendarbeit in der evangelischen Kirche Saar hat er schon seit Jahren enge Kontakte zur deutschen evangelischen Gemeinde in Paris.

Wir haben ihnen Fotos von unserem Netzwerk gezeigt, und Pêsheng hat ein Bühnenstück unserer Theatergruppe „Morgen wird schöner“ in der Kirche aufgeführt.

Wir haben die Menschen erreicht. Das war zu spüren. Möglicherweise wird etwas daraus wachsen. Auf jeden Fall sind wir jetzt in Kontakt.

Die Ausstellung war am 4. September in der wunderschönen Christuskirche

Église Protestante Allemande à Paris
25, rue Blanche
F-75009 Paris

 

Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren:

vor Ort mit dabei:

Bildende KünstlerInnen
Michael Wolff
, Astrid Hilt, Hany YaReham al Nojoom, Fatima Hamido,

Darstellende KünstlerInnen
Pêshelg Ali, Ella Hilt      vom Theaterensemble „Morgen wird Schöner“

moralische Unterstützung und Dokumentation:
Uwe Weisenseel, Saam Haji

Leider nicht persönlich dabei sein konnten:
Nouh Ammar http://www.nouhworld.com/
Haytham AlaayekOmar Ziak, Ralf Jenewein