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DIALOG DER KULTUREN 4 – saarländische Landesvertretung in Berlin

(Pressespiegel der Ausstellungsreihe)

Die Ausstellung „Dialog der Kulturen“ geht in die 4.Runde.   

Gezeigt werden wieder Porträts, Gemälde und Skulpturen von syrischen und deutschen Kunstschaffenden.

In den Ministergärten 4, 10117 Berlin

 

Die Exponate sollen Impulsgeber sein, zu Gesprächen anregen, Vorurteile abbauen und die Bereitschaft zu Toleranz und gegenseitiger Akzeptanz fördern.

Gezeigt werden:

– Porträts von Flüchtlingshelfern aus Kirkel-Limbach, Fotografen: Omar und Khaled Al Mouqdad

– Gemälde von Nour Jaafar und Reham Al-Nojoom

– Porträts von Flüchtlingen und Flüchtlingshelfern, Fotografin: Reham Al-Nojoom

– Skulpturen in Stein und Holz von Astrid Hilt und Ralf Jenewein

Es singt der Saarländisch-syrische Chor „Ode an die Freude“

Gezeigt werden:

– Porträts von Flüchtlingshelfern aus Kirkel-Limbach, Fotografen: Omar und Khaled Al Mouqdad

– Gemälde von Nour Jaafar und Reham Al-Nojoom

– Porträts von Flüchtlingen und Flüchtlingshelfern, Fotografin: Reham Al-Nojoom

 Skulpturen in Stein und Holz von Astrid Hilt und Ralf Jenewein

Es singt der Saarländisch-Syrische Chor „Ode an die Freude“

Auftritt des Chors „an die Freude“ bei der Eröffnungsfeier am 20.Mai   – Film: Michael Wolff

 Thomas Otto (Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer des Saarlandes) und Patrick Selber (Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Saarbrücken) eröffnen die Veranstaltung.

Der Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz Heiko Maas ist Schirmherr der Ausstellung.

www.arbeitskammer.de/ak/dialog-der-kulturen

Sammelseite für Posts in sozialen Netzwerken:

https://www.rebelmouse.com/formenpark/

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Ausstellungen

Und plötzlich Gesetze und Ordnung – Die Rede von Kamal Idris

„Hallo, mein Name ist Kamal Idris , und ich kam vor 11 Jahren aus Syrien als Gastarzt nach Deutschland.
Der Titel „ Und plötzlich Gesetze und Ordnung … „ drückt den großen Unterschied des Alltags der westlichen und der orientalischen Welt aus.
In Zeiten der Medien weißt jeder in Deutschland ungefähr wie es in Syrien läuft. Und wenn auch nicht direkt, so kann man sich vorstellen wie es vor vielen Jahren in Europa lief.
Es fängt in der Schule an . Es wird immer Uniform getragen, Schläge werden akzeptiert obwohl sie offiziell verboten sind. Es gibt nur reine Jungen – und Mädchenschulen. Vor dem Unterricht muss jeder stramm stehen, und den Führer Assad grüßen.
Und so ähnlich geht es beruflich weiter.

Die Arbeitslöhne sind sehr niedrig, weshalb die meisten zwei Jobs haben. Dementsprechend leidet auch die Arbeitsmoral. Am Ende des Monats bekommt man seinen Lohn in bar, da fast niemand ein Girokonto hat.
Beim Einkauf bestellt man an der Kasse was benötigt wird , und bekommt es in einer Plastiktüte gebracht. Man darf nicht einfach zwischen den Regalen rumlaufen.
Die Bürokratie ist ein Fass ohne Boden. Um sein Recht zu bekommen, braucht man oft Beziehungen beziehungsweise viel Geld.
Auf den Straßen herrscht das reinste Chaos. Jeder hupt und es gibt unklare Verkehrsregeln.
Geheimdienste haben ihren Platz überall ! Man darf nie seine Meinung öffentlich sagen wenn sie gegen den Regenten gerichtet ist.
In Syrien herrscht seit 1963 Ausnahmezustandsgesetz, in Wahrheit das Gesetzt der Sippe
Es gibt keine Krankenversicherung. Die Armen müssen in die Staatlichen Krankenhäuser gehen , mit langen Wartezeiten und schlechter Behandlung.
Das deutsche Postsystem ist völlig unbekannt. Deswegen wissen viele Syrer den eigenen Straßennamen oder die Hausnummer gar nicht.
Das sind nur ein paar Beispiele des alltäglichen Lebens in Syrien.

Hierher kommen die Syrer , tragen die Sorge um ihre eigene Familie, suchen Sicherheit , verfolgen die Nachrichten und die aktuelle Lage aus der Heimat, versuchen trotzdem einen neuen Start ins Leben, aber nicht ohne mehr oder weniger Schwierigkeiten.

Hier erzählte eine Syrerin eine Geschichte als sie wie die meisten Neuankömmlinge sehr unsicher durch die Straßen lief . Sie schaute heimlich in die Gesichter anderer Passanten und fragte sich: Was denkt er jetzt über mich? Hat er mich als Flüchtling erkannt?
Plötzlich schreite mich ein Fahrradfahrer beim Überholen an, in einer Sprache die mir noch völlig fremd ist. Seine Mimik verrät wie böse er auf mich war. Er gabt mir wütend zu verstehen , dass der Weg auf dem ich gelaufen bin ausschließlich für Fahrradfahrer ist. Ich hatte das Fahrradzeichen auf der Straße einfach übersehen. Das hinderte mich allerdings nicht daran in meiner Sprache die er nicht versteht zurück zu schimpfen.
Als der Mann verschwunden ist, wurde ich sehr nachdenklich. Ich fragte mich was er für ein Mensch ist, hat er denn nicht gemerkt dass ich ganz neu in dem Land bin? Ich wünschte mir ich hätte dem Mann erzählen können warum ich hier bin. Warum ich solche Fehler mache. Welche Wege ich nehmen musste um hier auf dem Fahrradweg vor seinem Fahrrad zu laufen!
Also, an neue Moderne Regeln im Verkehr, Schulen, Abwassersystem , Mülltrennung, Pünktlichkeit , Korrektheit und anderen Sachen muss noch gearbeitet werden .. Es ist nicht nur eine neue Sprache zu erlernen.
Für die sogenannte Integration ist vor allem das durchdachte System hier in Deutschland sehr positiv .
Dankbar sind alle Flüchtlinge wenn sie in so einer großartigen Gemeinde wie hier in Kirkel unterkommen! Sie sind froh dass so viele Menschen sie mit offenen Armen und Herzen empfangen und helfen wo es geht! Der größte Dank gebührt vor allem den vielen ehrenamtlichen Helfern in ganz Deutschland! Ohne sie wäre so manches nicht möglich!!!
Die Flüchtlinge fragen sich nach dem Rätsel , das hinter dem herzlichen Empfang steckt, und fragen : Was können wir zurück geben ? Sind wir wirklich eine Bereicherung?
Ich denke vor allem sind sie eine Bereicherung der Küche, wegen viel Lob der Deutschen. Die meisten möchten mittlerweile ihr eigenes Restaurant eröffnen. Inschallah
Vielen Dank an alle Beteiligten, Interessierten und der Organisation dieser Veranstaltung“

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Astrid Hilt Ausstellungen Dialog der Kulturen Reham

#Dialog_der_Kulturen – wie alles Begann

  • ein Erlebnisbericht von Astrid Hilt
    Fotos u.a. von Michael Wolf.Der Andrang war beeindruckend, und wenn nicht so viele bekannte Gesichter zu sehen gewesen wären, hätte ich bestimmt weiche Knie bekommen.

Die Eröffnungsfeier unserer Ausstellung „Dialog der Kulturen“ begann um Punkt 17:00 Uhr. Osama, unser aus Ägypten stammender Chorleiter, hob den Dirigentenstock an zum ersten Lied: „I have a dream“  von Abba. Es war das einführende Stück, das wir – der kosmopolitische Chor aus dem saarländischen Kirkel-Limbach für die Veranstaltung vortrugen, zu der unser Bundesjustizminister angereist war, und nun direkt vor uns in der ersten Reihe saß.
Unseren Chor gibt es seit der sogenannten „Flüchtlingswelle“ im Sommer letzten Jahres. Manche von uns kommen von weit her, andere sind hier aufgewachsen. Ich selbst bin vom anderen Ende des Saarlandes, und damit von nicht so weit her, und doch nicht von hier.

Was wir gemeinsam haben: wir gehören hier dazu.

2016-03-21 15.05.59