Wie ich von heute auf morgen von einem Innungs-Muffel zu einem überzeugten Mittglied der Steinmetzinnung wurde

´Ach – wir sind so ein kleiner Betrieb, was sollen wir uns die Innung antun – die bringt für uns doch eh nichts´- so oder nicht ganz so hart formuliert waren meine inneren Einwände, wenn es um das Thema Innung ging. Es ging mir dabei ganz ähnlich wie einer Kollegin, mit der ich mich die Tage über das Thema ausgetaucht habe: Ich konnte nicht erkennen, welchen Mehrwert die Mitgliedschaft für uns haben sollte. Im Folgenden will ich euch erzählen, was meine Meinung so plötzlich umgestimmt, und mich zu einem -ja fast leidenschaftlichen – Innungsmitglied gemacht hat.

Mitgliederversammlung des Vereins Handwerk mit Verantwortung
Handwerk mit Verantwortung e.V. Mitgliederversammlung im April

  Wir haben in den letzten Jahren angefangen, uns privat, aber auch geschäftlich etwas zu engagieren. Mit dem Betrieb sind wir dem Verein Handwerk mit Verantwortung e.V. beigetreten, und haben langsam verstanden, was möglich wird, wenn sich Betriebe zusammentun. Bei der Mitgliederversammlung im Frühjahr ist mir dann plötzlich etwas klar geworden:

Stellvertretender Vorsitzender des Vereins war die ganze Zeit ein Biobäcker. Seine Bäckerei läuft gut – 80 Leute arbeiten in seinem Betrieb. Trotzdem war er an diesem Wochenende ziemlich gedrückt und mies gelaunt. Irgendwann hat er dann ausgepackt:  Er hatte sich entschieden, sein Amt im Vorstand abzugeben, obwohl der Verein ihm sehr am Herzen liegt. Der Grund dazu lag nicht an unserem Verein, sondern etwas anderes: seine Bäckerei brauchte ein größeres Backhaus. Aufgrund einer neuen Gesetzesänderung in den Hygienevorschriften musste dazu der Bauplan abgeändert werden, die Kosten des Gebäudes sollten sich dadurch empfindlich erhöhen – Da mussten jetzt alle paar Meter ein Waschbecken hin und lauter so´n Kram. Er sagte, er habe sich über die neuen Richtlinien beschwert, worauf er die Antwort bekam, dass der Gesetzesentwurf der Bäckerinnung vorgelegt worden war – ein Jahr oder so vor der Entscheidung. Die Innung habe sich dazu aber auch auf mehrere Nachfragen hin geäußert.


Er hat dann erzählt, dass der Vorsitz der Innung bei ihnen eher ein Posten ist, der demjenigen aufs Auge gedrückt wird, der sich nicht genug wehrt. Die Mitgliederversammlungen sind eher zäh und nicht gut besucht. Für den Gesetzgeber aber ist die Innung die Ansprechpartnerin. Wenn sie nicht antwortet, spricht das Handwerk eben nicht mit.
 

Zeichen der Steinmetzinnung

 Und so wurde mir schlagartig klar, dass es höchste Zeit ist, uns mit ein zu bringen. Die Entscheidungen, die unser Gewerk betreffen werden nur dann in unserem Sinne sein, wenn wir sie auch mit treffen. Und das geht nunmal durch die Innung.
Ich muss dazu sagen, dass wir hier im Saarland echt Glück haben: die Innung ist gut aufgestellt, die Treffen sind interessant und bereichernd. Da macht es Spass, mitzumachen. Ich weiß auch, es gibt Innungen, in denen das anders ist. Aber gerade dort braucht es engagierte Mitglieder, die mit gestalten und in die Verantwortung gehen. Ich habe gut reden, aber die Hierarchien im Handwerk sind nunmal flach – über der Geschäftsführung ist da gar nicht mehr so viel ´Oben´, an das man die Verantwortung abgeben kann.
 In diesem Sinne kann ich euch alle nur dazu einladen, euch die Sache mit der Innung nochmal genauer anzuschauen. Und achtet mal nicht so viel auf das, was gerade nicht so in eurem Sinne läuft, und ein bisschen mehr auf das, was möglich ist, wenn wir zusammenarbeiten.

Liebe Grüße
Astrid
Geschäftsführerin der Bildhauerei Formenpark
Seid diesem Jahr Mitglied der saarländischen Steinmetz*innen-Innung

Besuch vom Bundes-Innungs-Verband auf der Mitgliederversammlung in Saarbrücken: Die Konjunkturumfrage ist ein Wichtiges Mittel, um auch den eigenen Betrieb einzuordnen. 
Schade ist auch hier, dass viel zu wenige – insbesondere von den vielen kleinen Betrieben –  Betriebe daran teilnehmen. Dadurch sind die Ergebnisse eher vage.

Die Formenpark – Geschichte

Die Bildhauerei Formenpark wurde im Jahr 2004 von Astrid Hilt gegründet. Schwerpunkte waren damals schon Restaurierung und Bildhauerei – sowohl im Grabmal-Bereich als auch im künstlerischen Bereich. Ihr Ehemann Ralf Jenewein war zu dieser Zeit bereits selbstständiger Bildhauer und Grafiker. Die Werkstatt in Homburg hatten die beiden seit 2002 gemeinsam in Betrieb.

Im Jahr 2010 hat sich das Ehepaar dazu entschlossen, den Betrieb fortan gemeinsam zu führen. Zwei Jahre später kam der heutige Geselle Sascha Herzog in die Lehre. Er kannte den Betrieb schon seit er 15 war. Immer mal wieder hatte er in Ferienjobs in der Bildhauerei ausgeholfen, und nun, 10 Jahre später, entschied er sich dazu, das Handwerk zu lernen.
Im Sommer 2017 bestand er die Gesellenprüfung als Landesbester. Von September bis November konnte er über ein Austauschprogramm der Handwerkskammer in einem Betrieb in Carrara (Italien) arbeiten.

 

Meyhan, der neue Lehrling, ist im Januar 2017 zum ersten mal mit dem Betrieb in Kontakt gekommen. „Durch das integrative Engagement unserer Bildhauerei sind wir uns sozusagen über den Weg gelaufen“ erzählt die Chefin heute. 

Da Meyhan trotz guter Deutschkenntnisse im Fachunterricht z.T. Unterstützung braucht, hat das Kleinunternehmen nun beschlossen, sich auf neue Wege einzulassen, und die Lehre durch digitales Lernen zu unterstützen.
Zu diesem Zweck soll ein Ausbildungsblog entstehen, an dem auch andere Lehrlinge mit ähnlicher Problematik teilhaben können.

 

Napoleonskreuz in Niedersaubach

 

 

 

Napoleonskreuz 

Antoniuskapelle in Niedersaubach

 

Zu erkennen war nicht mehr so viel von dem Ehrendenkmal aus dem frühen 19. Jahrhundert. Ein versierter Heimatkundler aus dem Ort hatte schon eine Reihe von Schriftzeichen darauf vermutet, die sich aber im Nachhinein als Spuren herausstellten die der Krieg an dem Denkmal hinterlassen hatte. Bevor wir nun in unserer Verzweiflung anfangen wollten, unserer Fantasie freien Lauf zu lassen, kam dann doch die rettende Idee: Bei unseren Arbeiten auf einem Friedhof hier in der Gegend ist uns ein Denkmal ins Auge gefallen, das in der Außenform dem Napoleonkreuz gleicht. Es könnte also durchaus sein, dass es weitere ähnliche Kreuze aus dieser Zeit gab. 

 

weitere Fotos

 
Wir stellten ein Foto bei Facebook ein, und baten unser Netzwerk um mithilfe. Innerhalb einer halben Stunde hatten wir einige Fotos von ähnlichen Kreuzen, anhand derer wir das Kreuz rekonstuieren konnten.
Dann musste es eigentlich nur noch schnell gehauen werden 😉

 

Das Kreuz aus dem Jahre 1813 wurde nach den der Befreiung von Napoleons Besatzung errichtet als Ehrendenkmal für die gefallenen Soldaten. Bei seiner Restaurierung wurde es nun als Zeichen für den Frieden zum ´Mahnmal´ umbenannt.

Mittlerweile steht das Kreuz wieder auf seinem Platz an der wunderbaren Antoniuskapelle.