Presse über Astrid Hilt

Der Formenpark zu Gast beim Saarländischen Rundfunk

http://www.sr-online.de/fernsehen/1672/1202409.html

Freitag, 25.03.2011
18.50 Uhr

Bild: Steinmetz (Foto: dpa)

Wir im Saarland – Altes Handwerk

Der Steinmetz

In dieser Woche stellt Wims wieder ein altes Handwerk vor. Diesmal geht es um den Beruf des Steinmetz. Eberhard Schilling hat sich verschiedene Arbeitsstätten von Steinmetzen angesehen. Zu sehen am Freitag, 25. März, um 18.50 Uhr im SR Fernsehen.

Als einer der ältesten Berufe überhaupt arbeitet der Steinmetz für die Ewigkeit. Die in Stein geschlagenen Zeugnisse aus der Vergangenheit sind Beweise für die Fertigkeiten unserer Vorfahren im Umgang mit diesem schwierigen aber beständigen Werkstoff. Trotz aller Technik: Das wortwörtlich Handwerkliche ist auch heute noch ein wesentlicher Bestandteil des Berufes.

Ein vielseitiger Beruf

WimS-Reporter Eberhard Schilling hat Steinmetze bei ihren verschiedenen Arbeiten in den Werkstätten, Ateliers und bei ihrem Einsatz vor Ort beobachtet. Ob Restaurationen und Renovierungen an historischen Gebäuden, Grabsteingestaltung oder Kunsthandwerk: Steinmetze arbeiten an ganz unterschiedlichen Werkstoffen wie Sandstein und Granit.

Im Gespräch mit den Meistern erfährt WimS- Reporter Eberhard Schilling vieles über den gleichermaßen handfesten und sensiblen Umgang mit Gestein.

Sabine Frank hat die Zuspielfilme zu diesem „harten“ Thema realisiert, und im Studio begrüßt Michael Friemel den Innungsmeister Holger Knopp und die Steinbildhauerin Astrid Hilt, die auch einige Beispiele steinbildhauerischer Kunst mit ins Studio bringen.

Brunnenskulptur am Ihner Dorfbrunnen

Kunstlexikon Saar – Bericht über den Ihner Brunnen

Wallerfangen, Hilt, Brunnenfigur

Astrid Hilt

„Brunnenbub“, 1995

Brunnenskulptur: Eifler Sandstein, 0,55 x 0,60 x 0,45 m

Wallerfangen, Ihn, Ecke Heininger Straße/Am Hohberg

Der Laufbrunnen mit dem T-förmigen Becken steht auf einer gepflasterten Fläche und schmiegt sich an eine Mauer an. Sandsteinplatten fassen den Rand ein. Vor der Mauer kniet auf dem hinteren Brunnenrand, etwas zur Seite versetzt, die Figur des „Brunnenbubs“. Das eine Knie über den Beckenrand gebeugt, das andere auf dem Rand hochgestellt, kauert der lebensgroß wiedergegebene Knabe über dem Wasser und spielt, völlig in sein Tun versunken, an dem angedeuteten Wasserzulauf. Die Skulptur aus Eifel-Sandstein entstand 1995 im Laufe der Vorbereitungen für die Gesellenprüfung der Steinbildhauerin Astrid Hilt und nahm 1999, als der Dorfbrunnen und sein Umfeld neu gestaltet wurden, ihren vorgesehenen Standort ein. Der „Brunnenbub“ spielt auf die Vorliebe der Dorfjugend an, am Zulauf des Brunnens zu spielen und ihn mit allerlei Materialien zu verstopfen.

Bibliografie

  • Jo Enzweiler (Hg.): Kunst im öffentlichen Raum, Saarland. Band 3, Landkreis Saarlouis nach 1945. Aufsätze und Bestandsaufnahme. Saarbrücken 2009

Oranna Dimmig

rt:Wallerfanger Ihn

Erschienen:17.07.1998 / SZ-Cic / SLS_LOK
Ressort:Saarlouis
Textname:brunnen
Verfasser:Schneider, Brigitta

Klein Kim steht Modell

Astrid Hilt schafft eine Kinderskulptur für den Ihner Brunnen

Wallerfanger Ihn (bs). Der Dorfbrunnen, Zierde im Ort und Treffpunkt der Bewohner zugleich. Was in vielen Orten normal ist, war in Ihn bisher nicht so. Denn die Brunnenanlage wirkt schmucklos und ist nicht attraktiv. „Das soll anders werden“ , versichert Ortsvorsteher Wolfgang Schmitt. Läuft alles nach Plan, geht sein Wunsch auch bald in Erfüllung. Und fachkundige Hilfe hat der Ortsvorsteher ebenfalls. Unterstützung kommt von der Ihner Steinbildhauerin Astrid Hilt. Die junge Frau nimmt die letzten Feinarbeiten an einer Skulptur vor. Denn die Figur soll bald die Brunnenanlage schmücken. Kim, der fünfjähriger Neffe der Künstlerin, schaut genau zu, wie die Tante arbeitet. Schließlich stand er Modell. „Das bin ich“ , erklärt das aufgeweckte Kerlchen und achtet darauf, daß Astrid Hilt bei den Meißelarbeiten rund um die Kinderhand der Skulptur ja nicht einmal ausruscht. Die „Steinbildhauerin“ , die ihre Lehre in einem Saarlouiser Betrieb absolvierte, erhielt die Anregung für das Motiv rein zufällig. Ihr Patenonkel Klaus Grasmück und Ortsvorsteher Wolfgang Schmitt sprachen die talentierte Handwerkerin an. „Wie wär’s, wenn du mal was für den Brunnen machen willst“ , schlugen die beiden Männer vor. Und die Frau willigte ein. „Mein Gesellenstück hier unterzubringen, war von diesem Moment an klar“ , berichtet Astrid Hilt. Die Ihnerin erinnerte sich an die Wasserspiele der Kinder. Und dieses Motiv setzte sie um. Aus dem Eifelsandsteinklotz arbeitete sie einen kleinen Jungen, der sich darum bemüht, das Wasserrohr zuzuhalten. Modell stand ihr Patenkind Kim. Rund siebzig Kilo schwer ist das Gesellenstück, das sie in etwas weniger als 120 Stunden fertigte. Da eine Skulptur nicht allein den Brunnen schmücken soll, wird jetzt die gesamte Anlage verschönert. Das jedenfalls haben sich die Ihner um Ortsvorsteher Wolfgang Schmitt vorgenommen. „Die Gemeinde hat kaum Geld, darum müssen wir den Restbetrag für die Umgestaltung aufbringen“ , erklärt Ortsvorsteher Wolfgang Schmitt. Das“Burrenfeschd am Hohberg“ am Sonntag, 19. Juli, soll Geld für das Projekt einspielen. Gleichzeitig stellt Peter Hilt-Klein, der Bruder der Künstlerin, die geplante Anlage im Modell vor. Mit einem Frühschoppen beginnt das Burrenfeschd um 10 Uhr. Astrid Hilt, die gerade erst von einem neunmonatigen Berufspraktikum aus Italien zurückgekehrt ist, wird in der Umbauphase wiederum verreist sein. Sie hat sich zur Meisterschule in Aschaffenburg angemeldet. Ob dann ihr „Meisterstück“ wiederum ein Geschenk für die Dorfgemeinschaft wird, steht noch in den Sternen. Denn die Sache hängt von der Prüfungsaufgabe ab.

Saarbrücker Zeitung – Bericht über die Kunstaktion „Aus dem Verborgenen“ in den homburger Schlossberghölen  (im Rahmen der Anne-Frank-Ausstellung)

http://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-berichte/homburg/Ansichten-einer-Arbeitsnacht-im-Homburger-Saalbau;art2802,2430227,1

Ressort:Lokales
Textname:hom.verborgen25.ART

Ansichten einer Arbeitsnacht im Homburger Saalbau

Ausstellung zeigt Ergebnisse des Kunstprojekts in Anlehnung an die Lebensumstände von Anne Frank

Haben Raum und Zeit Einfluss auf die Kunst? Dieser Frage ging das Kunstprojekt „Aus dem Verborgenen“ in Anlehnung an das Leben Anne Franks nach. Die dabei entstandenen Werke sind nun im Homburger Saalbau zu sehen.

Homburg. Seit einigen Tagen werden im Homburger Saalbau in der Ausstellung „Ansichten einer Arbeitsnacht“ die Ergebnisse des Kunst-Projektes „Aus dem Verborgenen“ gezeigt. Vor einigen Wochen hatten sich 16 Künstler ganz bewusst und in Anlehnung an die Lebensumstände von Anne Frank für eine Nacht in die Abgeschiedenheit der Schlossberghöhlen begeben (wir berichteten). Zwölf Stunden lang stellten sie sich dabei sich selbst und einem künstlerischen Prozess, dessen Ergebnisse nun zu sehen sind. Homburgs erster Beigeordneter Rüdiger Schneidewind rückte das Projekt „Aus dem Verborgenen“ in seiner Begrüßung noch einmal ganz bewusst in den Kontext der Anne-Frank-Ausstellung, die bis zum gestrigen Dienstag im Forum gezeigt wurde. „Es ging beim Projekt ,Aus dem Verborgenen‘ darum zu zeigen, was man Kreatives erschaffen kann, wenn man unter widrigen Bedingungen, und damit in Anlehnung an das Schicksal von Anne Frank, lebt.“

Sabine Graf, neben Carola Stahl von der freien Kunstschule Artefix eine der Initiatorinnen des Projektes, verdeutlichte in ihrer Einführung zur Ausstellung noch einmal die Intention. „Es ging uns darum, danach zu fragen, ob räumliche und zeitliche Bedingungen das künstlerische Schaffen beeinflussen.“ Als Teil des Rahmenprogramms der Anne-Frank-Ausstellung habe man, so Graf, das Dasein und die Arbeit im Verborgenen isoliert und für das künstlerische Vorhaben genutzt. „Die Ausstellung und der dazu gehörende Katalog dokumentieren diese zwölf Stunden und die Erlebnisse, die jeder Teilnehmer erfahren hat.“ Dabei sei „Aus dem Verborgenen“ keine Kunstausstellung im herkömmlichen Sinne, sondern die Dokumentation eines Prozesses, in dessen Verlauf künstlerische Arbeiten entstanden seien.

Carola Stahl reflektierte in ihren einleitenden Worten noch einmal die Erlebnisse der Nacht. „Bald fanden sich an den unterschiedlichen Arbeitsplätzen im Höhlenraum in sich versunkene Menschen, die an geheimen Plätzen mit etwas in Kontakt waren, das, trotz einiger Störungen von Außen, im Verborgenen geschah.“

Bis zum 6. Juli zeigt die Ausstellung im Homburger Saalbau all das, was den 16 Künstlern in dieser Nacht widerfahren ist. Die so entstandenen Kunstwerke dürfen nun ans Tageslicht. thw

Auf einen Blick

Die beteiligten Künstler: Barbara Hilgers, Astrid Hilt, Christian Horras, Petra Jung, Peter Köcher, Ingrid Lebong, Igor Michailow, Gisela Omlor, Manuela Osterburg, Katharina Pieper, Barbara Puppa, Monika Schrickel, Udo Steigner, Norbert Weber, Hedda Wilms und Susanne Wilms. Öffnungszeiten der Ausstellung: Mittwoch bis Freitag von elf bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr. thw

Bildunterschrift

Fast schon andächtig studierten die Gäste der Ausstellungseröffnung die „Ansichten einer Arbeitsnacht“. Foto: Thorsten Wolf

4.Saarpfälzischer Kunstpreis 2002

Bildunterschrift

Viele Künstler, wie hier Astrid Hilt, waren schon beim Kunstpreis im Blumengarten tätig. Foto: Honk

Erschienen:19.08.2002 / Saarbruecker_Zeitung / HOM_LOK / BLOK61_3
Ressort:Lokales
Textname:hom.preis3.ART

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Die Qual der Wahl in Sachen Kunst

Saarpfälzischer Kunstpreis für Katja Hennig aus Weimar – Viele Besucher kamen in den Bexbacher Blumengarten

Eine ganze Menge Entscheidungen musste die Jury in Sachen Kunstpreis treffen. Da hatten es kunstinteressierte Bürger schon leichter. Sie nutzten den Besuch des Blumengartens zum Kontakt mit Künstlern.

Bexbach (id). ,,Wir müssen uns hier pausenlos entscheiden. Das fällt schon schwer“, sagte Jürgen Ecker, Kunsthistoriker, Universitätsdozent und Leiter der Fachjury des gestern zum vierten Mal vergebenen Saarpfälzischen Kunstpreises. Wie seine Jury-Kollegen Mathias Beck, Galerist und Verleger, Ernest Uthemann, Leiter des Saarlandmuseums, und Ingeborg Koch-Haag, Kunsthistorikerin und -kritikerin, nahm auch Ecker am vergangenen Samstag und Sonntag immer wieder die insgesamt 24 Objekte und Installationen der an dem Wettbewerb teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland in Augenschein. Gestern Abend dann die Entscheidung: Der Saarpfälzische Kunstpreis 2002 ging in voller Höhe an Katja Hennig aus Weimar für ihr Projekt „Parkbeschilderung Menschen/Homo Sapiens“. Der Regionalpreis ging an Natalie Espinosa für ihre Installation. Und mit ihrem Mahnmal mit Bäumen gewann die Hamburgerin Vita Scholz den Publikumspreis.

,,Es gibt viele Kriterien, nach denen wir die Kunstwerke beurteilen. Der Raumbezug ist einer davon, wobei dieser in zweierlei Hinsicht gesehen wird. Zum einen verstehen wir darunter den Bezug zum Blumengarten und den dazugehörigen Einrichtungen, zum anderen den Bezug zu dem Lebensraum des Menschen. Diese Entscheidung machten wir uns nicht leicht, zumal es bei einem Preisgeld von 4000 Euro um richtig viel Geld geht“, sagte Ecker. Neben diesen 4000 Euro für den Saarpfälzischen Kunstpreis standen weitere 500 Euro für den Publikumspreis zur Verfügung. Wie in den Vorjahren konnten die Besucher des Bexbacher Blumengartens dabei auch die Künstlerinnen und Künstler bewerten, die nicht an dem Saarpfälzischen Kunstpreis teilnahmen und ihre Werke in der Freiluftgalerie im Luxemburger Garten ausstellten.

Außerdem stiftete die Firma Saar-Energie ein zusätzliches Preisgeld in Höhe von 1000 Euro für regionale Künstler.

,,Als Nicht-Fachmann kann man lediglich sagen, das gefällt mir oder gefällt mir nicht“, sagte Udo Wuttke, Mitarbeiter des Eigenbetriebs Messen der Stadt Bexbach. Von dem Projekt ,,Wasch-/Raum“ der Münchner Künstlerinnen Birgit Gutsche und Susanne Wagner war er spontan ganz angetan. In dem aus farblosem Acrylglas gefertigten Wasserrad mit einen Durchmesser von etwa 1,50 Meter montierten Gutsche und Wagner Siebdrucke von Fotovorlagen. ,,Wir hatten die Vorstellung von einem richtigen Blumengarten, also einem botanischen Garten. Aber genau das ist dieser Ort eigentlich gar nicht. Dieser Ort ist viel mehr ein Ort der Begegnung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, wobei das Bergbaumuseum und die Bergehalde viel dominanter als die Blumen in dem Garten sind. Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir vielleicht eine ganz andere Arbeit gemacht.“ Quasi unbewusst erfüllte Gutsches und Wagners Arbeit dennoch den von Ecker hervorgehobenen Raumbezug in zweierlei Hinsicht.

Dass Künstlerinnen und Künstler den Bexbacher Blumengarten nicht unbedingt kennen müssen, um im Rahmen des Saarpfälzischen Kunstpreises treffende Objekte und Installationen zu zeigen, demonstrierte zum Beispiel auch Beate Thierling aus Hanau mit ihrer ,,Bexbachia filzensis“. Das von der Farbenpracht tropischer Pflanzen inspirierte, aus über 250 handgefilzten Blatt- und Blütenformen hergestellte Objekt aus einer großen und drei kleineren Kugeln hängte sie an einer urwüchsigen Zeder in der Freiluftgalerie im Luxemburger Garten auf und zog damit die bewundernden Blicke vieler Blumengarten-Freunde an. Dass leuchtende Farben gut mit der in der Natur gegebenen Farbenvielfalt harmonieren, zeigte auch Linda Runa Rönsberg aus Siegburg. In ihrer ebenfalls in der Freiluftgalerie gestalteten ,,Kissenlandschaft“ aus Keramik kombinierte sie die Gemütlichkeit von Sofakissen mit Gesellschaftsspielen. Damit trage sie die Geselligkeit von Wohnzimmern nach draußen, so wie es in vielen südeuropäischen Ländern seit jeher Tradition sei.

Den direkten Kontakt mit den Besuchern der Veranstaltung nutzte sie als Quelle der Inspiration, indem sie sich nach beliebten Brettspielen erkundigte und diese auf Miniatur-Kissen verewigte.

In und mit einer Umgebung wie dem Bexbacher Blumengarten spielen, das setzte auch die im Saarland geborene und inzwischen in Berlin lebende Künstlerin Natalie Espinosa mit ihrer Arbeit um. Der Satz: ,,Guck mal! Da steht ein weißes Pony“ ist beim Anblick ihrer Installation absolut wörtlich zu nehmen. In der Größe eines ausgewachsenen Ponys hat sie auf einer der großen Freiflächen im Blumengarten das Wort Pony in strahlend weißen Buchstaben aufgestellt. Damit will Espinosa an die früher im Untertagebau von Gruben eingesetzten Arbeitstiere erinnern. Bei ihrem Pony steht weiß für Licht und bessere Zeiten ,,über Tage, im Licht der Sonne.“

http://saarland.sz-sb.de/Elias/detail_it.jsp?number=165

Erschienen:20.03.1997 / SZ-Cic / SLS_LOK
Ressort:Saarlouis
Textname:felsberg.bs

Viele fleißige Hände

Im Wettbewerbsfieber sind auch die Felsberger – eine Prämie fürs Dorf wäre klasse

Die Felsberger rüsten sich für den Landesentscheid im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. Ende Juni fällt die Jury ihr Urteil. Wir sprachen mit Karl Herrmann Kallenborn über die Vorbereitungen. Felsberg (bs). „Der Dorfwettbewerb ist zum Glück kein Blumenkastenwettbewerb mehr“, sagt Karl Herrmann Kallenborn von der Arbeitsgruppe „Dorfverschönerung“ und ist froh, daß auch viele andere Dinge wie Bausubstanz, dörfliches Leben und Gemeinschaft, auch kulturelle Dinge bei der Bewertung berücksichtigt werden. Dennoch mußte der „Frühjahrsputz“ sein. Die Säuberung, die die Jugendfeuerwehr unter Leitung von Jörg Schönberger mit Unterstützung durchführte, brachte, so Kallenborn, ein „erschütterndes und gleichzeitig umwerfendes Ergebnis“. Gleich mehrere Abfallcontainer waren nach Abschluß der Aktion randvoll gefüllt. Sortiert nach Glas, Plastik und alten Autoreifen wurde der Müll entsorgt. Teufelsburg und Feldwirtschaftswege waren Schwerpunkte, wo die Abfallspuren der Ausflügler zu beseitigen waren. „Viele kleinen Dinge mit großen Aktionen bringen etwas Ganzes“, stellt Kallenborn fest und verweist auf die Baumschnittaktion des Obst- und Gartenbauvereins. An drei Wochenenden wurde im Rahmen von Schnittkursen an gemeindeeigenen Bäumen die Pflege praktiziert. Hausbäume und Streuobstwiesen sollen finanziell gefördert werden, um mehr Grün auf die Felder und ins Dorf zu bringen. „Manchmal müssen nur ein paar Bäume nachgepflanzt oder eine Hauswand begrünt werden, und es sieht schon besser aus“, sagt Kallenborn und meint, daß es einigen Bürgern bisher einfach an Anregung gefehlt habe, mal die Hauswand oder die kahle Mauer bewachsen zu lassen. Auch die 13 Dorfkreuze im Ort sind nun fast alle wieder restauriert. Johann Schütz hat sich – von Astrid Hilt und einem Helferteam unterstützt – dieser Aufgabe seit Monaten angenommen. Trotzdem: „Es ist noch viel Arbeit“, sagt Kallenborn. In der „Patenschaftsaktion“ kann er die ersten Erfolge verbuchen. Schon ein Dutzend Felsberger haben sich gemeldet, wollen Patenschaften über Wege, Plätze und Kreuze übernehmen. „So, wie es früher war, daß Familien das ganze Jahr über für den Blumenschmuck, das Gießen und die saubere Umgebung eines Kreuzes sorgten, so soll es wieder sein“, erklärt er und verweist darauf, wie wichtig solche ehrenamtlichen Leistungen sind, die nicht die Gemeindekasse belasten. Felsberg hat ein gesundes Vereinsleben. Die Jugend ist eingebunden und vom Sport bis hin zum Musikverein sind viele Sparten vertreten. Kinderferienaktionen haben sich bewährt. Kulturelles Aushängeschild ist die Teufelsburg. Die Burgfestspiele auf der mittelalterlichen und zum größten Teil wieder rekonstruierten Festung haben den Ort bekannt gemacht. Das ganze Jahr über ist die Teufelsburg ein beliebtes Ausflugsziel. „Stände der Europasender ganz auf Felsberger Bann, dann hätten wir ein Wahrzeichen mehr“, faßt Kallenborn zusammen. Abgesehen vom Dorfwettbewerb sind engagierte Felsberger Bürger im Begriff, die Nachteile, die sich aus der Konstruktion des Ortes als langgezogenes Straßendorf ergeben, zu mindern. Eine besonders große Belastung für die Anwohner ist der Durchgangsverkehr. Vor allem in Oberfelsberg beachten immer noch zu wenige Autofahrer die vorgeschriebene Geschwindigkeit. Es gibt Pläne zur Verkehrsberuhigung, aber die liegen vorerst auf Eis.


Technische Information:
Text-ID:
a752546 g19970320-ww9e05d8


Erschienen:15.12.2001 / Saarbruecker_Zeitung / SBM_LOK / BLOK11_2
Ressort:Lokales
Textname:lk-gemenge.ART

Handwerk ist Kunst, Kunst ist Handwerk

Ausstellung „Handgemenge“ in der Deutschherrenkapelle: Kunsthandwerker aus der Region

Nein, keine Sorge, es gibt keinen Ärger beim „Handgemenge“ am kommenden Samstag und Sonntag in der Deutschherrenkapelle in Saarbrücken – höchstens Gedränge. Mit dem Titel für die Gemeinschaftsausstellung von Kunsthandwerkern aus der Region wollen die Veranstalter lediglich betonen, dass alle gezeigten Arbeiten von Hand gefertigt sind. Auf eine Trennung zwischen Kunsthandwerk und Kunst wird bewusst verzichtet. Schon seit 1996 (mit einer schöpferischen Pause im vergangenen Jahr) gibt es die Ausstellung „Handgemenge“, und die Präsentation unterschiedlicher Techniken, Genres und Stilrichtungen fand jedes Mal ein großes Publikumsinteresse.

In diesem Jahr sind insgesamt neun Künstler und Handwerker vertreten. Die Schmuckkünstlerin Kornelia Landau hat Stücke entworfen und gearbeitet, die im Einklang mit dem Ausstellungsort, der alten Kapelle, stehen. Ruth Moser ließ sich beim Fertigen ihrer Schmuckstücke von der Provence inspirieren, wo die Künstlerin seit zwei Jahren lebt. Aus Weinfassdauben hat die Holzkünstlerin Ellen Hüther, die mittlerweile in der Pfalz beheimatet ist, ihre interessanten Objekte gestaltet. Mit Wolfgang Pietrzok beteiligt sich erstmals ein etablierter Fotokünstler, dessen Arbeiten unter anderem in der Fotosammlung des Kölner Museums Ludwig vertreten sind.

Der Schwerpunkt des diesjährigen „Handgemenge“ liegt allerdings auf plastischen Arbeiten aus verschiedenen Materialien und in unterschiedlichen Techniken. Der Bildhauer Sherif el Sioufy zeigt neuere Arbeiten in Stein, Ralf Jennewein präsentiert Skulpturen in Holz und Stein und die Bildhauerin Astrid Hilt ihre Stein-Reliefs. Von Illi Reusch werden Plastiken aus Metall, Holz und Fundstücken zu sehen sein. Emmanuel Bour, freier Bildhauer aus Lothringen, stellt Skulpturen aus Holz und Beton aus. Für weiteres Gedränge beim „Handgemenge“ dürfte das Rahmenprogramm sorgen, denn als Gäste konnten der Musiker und Videokünstler Geoffroy Müller aus Sarreguemines mit einer Videoinstallation sowie Zakko Buschina, im Übrigen Mitbegründer des „Handgemenges“, mit einer Lichtinstallation gewonnen werden. KERSTIN JOOST-SCHÄFER

&routv; „Handgemenge“ in der Deutschherrenkapelle, Moltkestraße, Alt-Saarbrücken, am 15. Dezember von 12 bis 22 Uhr, am 16. Dezember 10 bis 22 Uhr.

Erschienen:17.08.1996 / SZ-Cic / SBM
Ressort:Wirtschaft
Textname:steinmetz

„Wir stellen etwas her, das lange Bestand hat“

Astrid Hilt setzt als Steinmetz menschliche Empfindungen um

Wachs, Gips, Ton und viele Steinsorten gehören zum Arbeitsmaterial eines Steinmetz und Steinbildhauers. Ein interessanter Beruf für kreative Leute mit Ideen. „Der Auszubildende sollte eine belastbare Konstitution mitbringen. Jemand der extrem schmächtig ist hat Probleme“, beschreibt Wilhelm-Michael Kasakow die grundlegende Voraussetzung, die ein Interessent für den Beruf Steinmetz und Steinbildhauer mitbringen sollte. Kasakow (33) ist Steinmetz und Steinbildhauermeister und einer der beiden Geschäftsführer der Firma Hassdenteufel & Kasakow Bildhauerwerkstätten. Die Firma mit Filialen in Püttlingen und Saarlouis-Fraulautern hat sich auf die Herstellung von Grabmalen der gehobenen Klasse aus Natursteinen spezialisiert. „Um der Belastung unseres Berufes gewachsen zu sein, lernt man von Anfang an wie man ein Werkstück richtig hält“, so Kasakow. Astrid Hilt (23) aus Wallerfangen-Ihn, die für Hassdenteufel & Kasakow arbeitet hat daher mit großen Lasten kaum Probleme. „Die Steine, die richtig viel wiegen, hebt man halt mit dem Kran.“ Die frischgebackene Steinmetz und Steinbildhauergesellin liebt an ihrem Beruf die Vielfalt der Materialien, mit denen sie zu tun hat. „Wir arbeiten mit Wachs, Gips, Ton und den verschiedenen Steinarten.“ Ausdauer ist für ihre Tätigkeit wichtig. „Der Stein setzt der Bearbeitung Widerstand entgegen. Daher braucht man Geduld.“ An einem Engel aus Jurastein hat sie einen Monat gearbeitet. Um so mehr erfreut sie das Ergebnis ihrer Arbeit. Auch Kasakow ist von seinem Beruf überzeugt. „Wir stellen etwas schöpferisch her, das Bestand hat.“ Für ihn besteht der Unterschied zwischen Steinmetz einerseits und Steinbildhauer andererseits vor allem in dem kreativen Aspekt. „Der Steinmetz ist der Handwerker und der Steinbildhauer der Künstler“. Die Grundausbildung für den Beruf Steinmetz und Steinbildhauer ist in beiden Fachrichtungen identisch. Die Spezialisierung auf Steinbildhauer oder Steinmetz findet erst im dritten Ausbildungsjahr statt. Für Kasakow kommt es auf eine gute Mischung beider Fachgebiete an. „In der Praxis existiert die Trennung oft nur auf dem Papier.“ Überdies könne ein gestalterisch begabter Steinmetz auch bildhauerisch arbeiten. „Es gibt an der Saar viele, die den Beruf Steinmetz ausüben“, so Kasakow. Wer im Saarland keine Arbeit findet, braucht jedoch nicht zu verzweifeln. „Bundesweit werden sie gesucht.“ Darüber hinaus sieht er für den umfassend ausgebildeten Steinmetz und Steinbildhauer keine Probleme. „Wer sich als vielseitig sowie flexibel erweist, der findet immer eine Anstellung.“ Schwieriger gestaltet sich die Suche nach einem Ausbildungsplatz. „Allein in den letzten zwei Monaten mußten wir sieben Interessenten ablehnen“, bedauert Kasakow. Astrid Hilt hatte Glück. Sie fand nach einem Steinmetzpraktikum die Lehrstelle bei Hassdenteufel & Kasakow. Zum festen Bestandteil der Ausbildung gehört der Blockunterricht in der Berufsschule in Mainz. Dort findet auch die überbetriebliche Ausbildung statt. Dabei erlernen Schüler aus ganz Südwestdeutschland die grundlegenden Kenntnisse des Berufes Steinmetz und Steinbildhauer.

Beschäftigung mit dem Tod

Damit werden die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche in den einzelnen Betrieben ausgeglichen. „Die ganze Vielfalt der Arbeitstechniken wird dort gelehrt“, berichtet Kasakow. Astrid Hilt arbeitet in der Fraulauterner Filiale der Firma. Hier werden vorwiegend bildhauerische Objekte gestaltet. Das paßt zu ihren Interessen. „Ich mag Sachen, die man aus dem Bauch heraus arbeiten kann.“ Sie überlegt sich vorher nur einen groben Plan und bearbeitet den Stein dann so, daß er natürlich aussieht. Der Beruf erfordert auch die Beschäftigung mit dem Tod. Astrid Hilt sieht die Auseinandersetzung damit und das Gespräch mit Hinterbliebenen als Bereicherung an. Sie versucht, die Empfindungen der Menschen in Stein auszudrücken. „Das gibt ihnen Trost und das Gefühl, daß sie dem Toten das gegeben haben, was ihm gebührt.“ CHRISTINA SCHMIDT-AURICH

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